Der ultimative Leitfaden zum Anlegen eines Steingartens

Der ultimative Leitfaden zum Anlegen eines Steingartens

Der ultimative Leitfaden zum Anlegen eines Steingartens

Ein Steingarten rund ums Haus ist nicht nur schön anzusehen, sondern noch dazu pflegeleicht. Wie du deine Einfahrt und Co. mit Steinen und Pflanzen aufpeppen kannst, zeigt diese Anleitung.

In 9 Schritten zum wunderschönen Steingarten

Einen Steingarten anzulegen ist gar nicht schwer. Du brauchst nur etwas Zeit, einen Plan und folgende Materialien:

  • Werkzeuge
  • Gartenhandschuhe
  • Volierendraht
  • Pflanzenerde
  • Vlies
  • Kies und Sand
  • Steine
  • eventuell Deko
  • Pflanzen

So legst du deinen Steingarten an (©viplounge.ch)

1. Plan gestalten
Je nachdem, wie dein Garten oder die Ebene, in der du den Steingarten anlegen möchtest, aussehen soll, kannst du Hügel, Täler oder Hänge nachahmen. Ein Steingarten imitiert schließlich eine Alpenlandschaft.

Ob Hügel, Hanglage oder Tal: Was der Alpenlandschaft ähnelt, gewinnt ( ©viplounge.ch)

Ist kein Gefälle vorhanden, lohnt es sich, eines mit steiniger Erde und Bauschutt aufzuschütten: dann kann das Regenwasser besser abfließen (optimal ist ein Gefälle von ca. 10%). So wird Staunässe verhindert, die den Pflanzen zusetzen würde. Abgesehen davon kannst du deine Ideen für einen Steingarten freien Lauf lassen und dich gestalterisch austoben.

2. Boden ausheben
Nun musst du den Boden der gesamten Fläche ausheben. Am besten funktioniert eine Tiefe von etwa 30 bis 50 Zentimetern. Entferne dann alle überflüssigen Gegenstände und Pflanzen, um eine gestaltbare Fläche zu erhalten. Überlege dir dann, wo du welche Steine und Pflanzen platzieren möchtest und hebe im Boden Löcher aus – und zwar dort, wo du später die Pflanzen setzen möchtest.

Pflanzen, die sich für den Steingarten eignen, sind:

  • Blaukissen
  • Steinkraut
  • Kräuter wie Thymian oder Rosmarin
  • Wolfsmilch
  • Goldlauch
  • Zwergkiefer
  • Strauchrose
  • Zittergras
  • Azaleen
  • Stachelnüsschen
  • Enzian
  • Aloe Vera
  • kleine Gehölze, Gräser, Halbsträucher
  • v.m.

Tipp: Ist der Boden eher unfruchtbar, sollten größere Löcher ausgehoben und ein Gemisch aus Mutterboden, Humus und Kies verwendet werden. Alternativ funktioniert natürlich auch spezielle Pflanzenerde.

3. Unkraut entfernen
Entferne alle störenden Elemente, Wurzelwerk und Pflanzen, die nicht im Garten wachsen sollen. Nutze dabei am besten eine Hacke und gehe vorsichtig zu Werke.

4. Draht auslegen
Sind kein Hang oder kleines Gefälle auf der Fläche planbar, dann kann Staunässe auch mit einem Volierendraht verhindert werden. Alternativ funktionieren auch andere Drahte wie z.B. ein Wühlmausdraht. Achte dennoch darauf, dass beim Graben keine Grube zurückbleibt, in der sich Nässe ansammeln könnte.

5. Drainageschicht anlegen
Eine Drainageschicht besteht aus Kies, Sand und Erde, ggf. auch Bauschutt. Achte darauf, dass die Schicht etwa 10 bis 20 Zentimeter hoch ist. Du kannst damit auch kleine Hügel anlegen, wenn es dir ins Bild passt.

6. Vlies ausrollen
Über der Drainageschicht wird dann das Unkrautvlies gelegt. Dort, wo du Pflanzen setzen oder Felsen platzieren möchtest, schneidest du einfach ein entsprechend großes Stück heraus. So wird das Unkraut zurückgehalten und beeinträchtigt nicht die Ästhetik des Gartens.

Tipp: Achte darauf, dass die einzelnen Vliesteile nicht knapp nebeneinandergelegt werden, sondern sich mit ca. 10–15 Zentimetern ordentlich überlappen, sonst schummelt sich doch noch das Unkraut hindurch.

7. Erde verteilen
Nun verteilst du über dem Vlies eine 20–30 Zentimeter dicke Schicht aus Pflanzenerde oder Bodensubstrat aus Mutterboden, Sand und Kies. Ist die Erde fruchtbar, kann der Pflanzenerde Sand und Kies beigemischt werden, um den optimalen Gebirgsboden nachzuahmen.

8. Steine auslegen
Dann endlich kannst du die Felsbrocken und kleineren Steine setzen. Zuerst platzierst du die größten Steine so, dass diese stabil stehen, also mit der größten Fläche nach unten und zu einem guten Teil in die Erde eingegraben. Etwaige Hohlräume kannst du mit Sand und Kies auffüllen.

Besonders die großen Steine sind die Herzstücke des Steingartens. Deshalb ist es gut, sich genau zu überlegen, welche Steine man im Garten haben möchte und welche optisch geeignet sind. Am natürlichsten wirken Felsbrocken aus der Region. Als kleinere Blickfänger oder Kies eignen sich zudem auch folgende (Gebirgs-)Gesteinsarten:

  • Kalkgesteine wie Tuffstein oder Travertin
  • kalkarmes Gestein wie Sandstein oder Granit
  • Schiefer
  • Naturgranit
  • Porphyr
  • Basalt
  • Quarzit
  • Alpendolomit
  • Diabas
  • Gneis
  • Jurakalkstein

9. Pflanzen setzen
Nun kannst du die Pflanzen einsetzen. Achte dabei auf ausreichend Abstand, damit die Sträucher als unterstreichender Blickfang wirken können. Für den „Gebirgs-Effekt“ kannst du abschließend über die Erde noch einmal Schotter aus den oben genannten Gesteinsarten schütten.

Falls du einen Hang nachgebaut hast, stufe diesen ab, damit der Untergrund stabil bleibt. Das erreichst du auch mit größeren Steinen und Blöcken, die solide eingegraben sind.

Achtung:  Solltest du die Pflanzen gleich zu Beginn setzen, dann achte darauf, sie hoch genug zu platzieren, da über die Erdschicht noch einmal eine Schicht kommt.

10. Steingarten Pflegen
Ein Steingarten braucht zwar kaum Pflege, muss während längerer Trockenperioden dennoch gegossen werden. Aber nicht allzu früh, denn die Gebirgspflanzen verfügen zumeist über gute Wasserspeicher. Auch im Winter sind die robusten Gebirgspflanzen meistens Selbstversorger.

Sollten die Temperaturen allerdings kälter werden, aber noch immer kein Schnee fallen, dann kannst du die Pflanzen mit Vlies oder Gesträuch abdecken.

DIY-Projekt Steingarten: wenig Pflege, viel Freude

Zugegeben: Es ist ein ordentliches Stück Arbeit, allerdings lohnt es sich umso mehr, da später kaum Pflege notwendig ist. Mit dem richtigen Plan, Möglichkeiten für den Wasserabfluss und der Vorsorge mit Vlies wird dir der Steingarten als Abbild der Alpenlandschaft noch lange Freude machen.

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